Die Fachschule für Sozialwesen, Fachrichtung Sozialpädagogik bildet vollzeitschulisch zur Erzieherin / zum Erzieher aus und vermittelt unter bestimmten Voraussetzungen die Fachhochschulreife.

 

Bildungsziel

Die dreijährige Berufsausbildung soll dazu befähigen, als Erzieher/in in sozialpädagogischen Bereichen tätig zu werden.

Zu den Kernzielen gehört die Förderung von Bildungs-prozessen durch eine zielorientierte Begleitung der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.

Dabei nimmt hier besonders die frühkindliche Bildungsbegleitung einen großen Stellenwert ein.

Zu Beginn des Fachschulstudiums werden daher Methoden der wissenschaftlichen Beobachtung und Entwicklungs-diagnostik thematisiert und in unterschiedlichen Praktika erprobt.

Dabei werden Sie gezielt durch unsere Fachschule begleitet und reflektiert. Wir kooperieren hier praxisorientiert mit unseren Ausbildungspartnern der Kinder- und Jugendhilfe.

Über die geschulte Wahrnehmung hinaus, werden Sie in unterschiedlichen Bildungsbereichen pädagogische Handlungsansätze reflektieren, ausprobieren und einsetzten, um Bildungspotentiale der Kinder zu erkennen, Bildungs-anlässe aufzugreifen und spielerisch zu initiieren.

Dies erfordert eine sichere didaktische Kompetenz, die Ihnen insbesondere die Verzahnung von sozialpädagogischer Theorie und Praxis vermittelt.

Bildungsprozesse enden nicht im Kleinkindalter. Als Erzieher/in arbeiten Sie weiterhin auch in Einrichtungen der Jugendarbeit und Jugendfreizeitpädagogik. Diesbezügliche Ausbildungsziele betreffen insbesondere die Fähigkeit, gruppenpädagogisch zu arbeiten und durch Impulse die Selbstbildungspotentiale der Heranwachsenden zu fördern.

Im Zentrum Ihrer zu entwickelnden Kompetenzen steht hier die Wahrnehmung und differenzierte Förderung sozialer Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen, deren Entwicklung Sie insbesondere durch Partizipation fördern.

Die differenzierte und wissenschaftliche Betrachtung von unterschiedlichen Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen, ihrer Entwicklungsaufgaben und Sozialisationsprozesse auf dem Weg zur Identitätsentwicklung, nehmen eine großen Raum in dieser Phase des Fachschulstudiums ein.

Weiterhin arbeiten Sie als Erzieher/in in Einrichtungen der Heimpädagogik und sonstigen betreuten Wohnformen. In enger Kooperation mit unseren außerschulischen Jugend-hilfepartnern erwerben Sie Fähigkeiten, die Sie benötigen, wenn Sie mit Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebenslagen arbeiten und Hilfe zur Erziehung leisten. Dazu gehören Kompetenzen im Umgang mit auffälligem Verhalten und schwierigen Erziehungsmilieus ebenso, wie die Beteiligung an Hilfeplanungsprozessen.

Als Erzieher/in übernehmen Sie Leitungsfunktionen in sozialpädagogischen Einrichtungen. Entsprechende rechtliche, administrative und organisatorische Kenntnisse gehören daher ebenso zu den zentralen Zielen des Fachschulstudiums, wie die Kooperation in Teams und die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Eltern.

 

Aufnahme

Zu der Aufnahme in die Fachschule für Sozialwesen, Fachrichtung Sozialpädagogik ist am 1. Schultag vorzulegen:

Grundsätzlich:

  • Mittlerer Bildungsabschluss (Fachoberschulreife)
  • Nachweis der persönlichen Eignung (nachgewiesen durch ein erweitertes Führungszeugnis, welches bei Aufnahme der Ausbildung nicht älter ist als drei Monate und erst auf Aufforderung durch die Schule angefordert werden kann)

 

Zusätzlich:

Eine einschlägige Berufsausbildung von mind. zweijähriger Dauer (z. B. Kinderpfleger/in, Sozialhelfer/in, Heilerziehungs-helfer/in, Kinderkrankenschwester/Kinderkrankenpfleger)

oder

eine bestandene Abschlussprüfung in den einschlägigen Bildungsgängen der Höheren Berufsfachschule für Sozial- und Gesundheitswesen oder der Fachoberschule für Sozialwesen.

Für Interessentinnen und Interessenten ohne einschlägige Berufsausbildung gilt:

Nachweis einer mindestens fünfjährigen, einschlägigen Berufstätigkeit

oder

Nachweis einer Berufsausbildung

und

Nachweis einer einschlägigen beruflichen Tätigkeit in anerkannten Einrichtungen im Umfang von 900 Arbeitsstunden. Die berufliche Tätigkeit muss zusammenhängend absolviert werden.

 

Für Hochschulzugangsberechtigte gilt:

Nachweis einer einschlägigen beruflichen Tätigkeit in anerkannten Einrichtungen im Umfang von 900 Arbeitsstunden. Die berufliche Tätigkeit muss zusammenhängend absolviert werden.

oder

Nachweis des Freiwilligen Sozialen Jahres

oder

Nachweis des einschlägigen Bundesfreiwilligendienstes.

 

Ausbildungsinhalte

Fachrichtungsübergreifende Lernbereiche:

  • Deutsch/Kommunikation
  • Englisch
  • Politik/Gesellschaftslehre
  • Biologie 

Fachrichtungsbezogene Lernfeldbereiche:

  • Berufliche Identität und professionelle Perspektiven weiter entwickeln
  • Pädagogische Beziehungen gestalten und mit Gruppen pädagogisch arbeiten
  • Lebenswelten und Diversität wahrnehmen, verstehen und Inklusion fördern
  • Sozialpädagogische Bildungsarbeit in den Bildungsbereichen professionell gestalten
  • Erziehungs- und Bildungspartnerschaften mit Eltern und Bezugspersonen gestalten sowie Übergänge unterstützen
  • Institution und Team entwickeln sowie in Netzwerken kooperieren
  • Evangelische Religionslehre/Religionspädagogik Katholische Religionslehre/Religionspädagogik
  • unterschiedliche Zusatzangebote im Wahlpflichtbereich zur Vertiefung des Wissens in den kindlichen Bildungsbereichen und unterschiedlichen Arbeitsfeldern

und im Differenzierungsbereich

z.B.:

Kinderliedbegleitung auf der Gitarre

 

Praktika

Während des Studiums absolvieren Sie Praktika in unterschiedlichen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Während des vorwiegend fachtheoretischen Studiums an der Fachschule müssen Sie mindestens 16 Wochen Praktikum absolvieren, davon im ersten Ausbildungsjahr mindestens acht Wochen Praktika im Bereich der Altersgruppe der 0 bis 6jährigen Kinder und im zweiten Ausbildungsjahr mindestens acht Wochen Praktika im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit, Freizeitpädagogik und Heimpädagogik. Diese werden von uns vorbereitet und durch Praxisbesuche und Praxiszirkel begleitet.

Das Anerkennungsjahr kann als Berufspraktikum wahlweise in sozialpädagogischen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe abgeleistet werden. Auch während des Berufspraktikums werden Sie von uns schulisch begleitet und besucht.

 

Zusatzqualifikatierung

Weiterhin bieten wir allen Studierenden der Fachschule an, in Zusammenarbeit mit dem Landessportbund eine Zusatzqualifikation im Rahmen der anerkannten Sonderausbildung zur Bewegungserziehung im Kleinkind und Vorschulalter zu absolvieren. Diese erfolgt sehr praxisorientiert in Kooperation mit unterschiedlichen Tageseinrichtungen und Grundschulen.

 

Abschluss

Fachschulexamen als Erzieher/in

Das Examen gliedert sich in einen fachtheoretischen Teil am Ende des zweiten Ausbildungsjahres und einer fachpraktischen Prüfung am Ende des Berufspraktikums in Form eines Kolloquiums.

 

Staatliche Anerkennung und Fachhochschulreife

Wer das erforderliche Berufspraktikum erfolgreich abgeschlossen hat, erhält ein Zeugnis mit der Berechtigung, die Berufsbezeichnung „Staatlich anerkannte Erzieherin“ bzw. „Staatlich anerkannter Erzieher“ zu führen.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist der Erwerb der Fachhochschulreife nach 3 Jahren möglich.

Niveaustufe im Deutschen Qualifikationsrahmen

Der Abschluss entspricht im Deutschen Qualifikationsrahmen der Niveaustufe 6 (Bachelor)

und ist international anerkannt. Er eröffnet gleiche Arbeitsmarktchancen wie vergleichbare Bachelorabschlüsse zur frühkindlichen und elementaren Bildung.

 
Verantwortliche
Bildungsgangleitung

Regina Derks

Susanne Lebküchner



Tel.: 02152 1467 -0

 

 

 

 

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