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Kategorie: Berichte Sozialwesen

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Vom 10. bis zum 14. März 2014 fand die Abschlussfahrt der beiden HSG O-Klassen nach Berlin statt. Die HSG O 1 fuhr mit ihrer Klassenlehrerin Frau Kox und der Fachlehrerin Frau Maiwald, die HSG O 2 mit ihrem Klassenlehrer Herrn Schlagkamp und der Fachlehrerin Frau Wahle in die bundesdeutsche Hauptstadt.

Einige Punkte unternahmen die Klassen gemeinsam, andere voneinander getrennt. Am frühen Montagmorgen startete die Reise mit dem modernen Bus des Veranstalters Herolé, der schon vielfach Klassen des RMBK, vor allem aus der Abteilung Sozialwesen, auf Fahrten begleitete. Nach der Ankunft in Berlin wurden die Unterkünfte in Friedrichshain bzw. Prenzlauer Berg aufgesucht und die nähere Umgebung der Hostels auf eigene Faust erkundet.

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Am Dienstagmorgen stand bei herrlich sonnigem und warmem Wetter die Stadtrundfahrt auf dem Programm. Da einige Schülerinnen und Schüler noch nie in Berlin waren, gab es aus dem Bus heraus viel Interessantes zu sehen. Am Brandenburger Tor gab es auch einen Fotostopp.

Die HSG O 2 hatte dann am Mittag noch den Besuch der Charité auf dem Programm. Dort fand dann im medizin-historischen Museum dieses ältesten und größten Krankenhauses von Berlin eine Führung statt, bei der die Medizingeschichte, insbesondere des 18. und 19. Jahrhunderts anschaulich erklärt wurde. Ein besonderer Höhepunkt war dann der Blick in die Sammlung dieses Museums, bei der außergewöhnliche Objekte, wie z.B. missgebildete Föten, zu bestaunen waren. Dieser Besuch in der Charité war für die Klassen (die HSG O 1 hatte die Führung an einem anderen Tag) des Sozial- und Gesundheitswesens besonders lohnenswert.

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In der Zwischenzeit besuchte die HSG O 1 die auf dem Kurfürstendamm gelegene Ausstellung „Story of Berlin. Dort ist, wie der Name schon sagt, die Geschichte Berlins, von der Entstehung bis in die Jetztzeit, in interaktiv gestalteten Räumen mit interessanten Exponaten dargestellt. Auch besteht die Möglichkeit, sich einen ABC-Schutzbunker, der für mehrere Tausend Menschen ausgelegt ist, anzusehen.

Der Nachmittag und der Abend standen dann zur freien Verfügung. Wie man aus den Berichten später entnehmen konnte, wurde die Freizeit an diesem und an den kommenden Tagen dazu genutzt, Sehenswürdigkeiten zu entdecken, aber auch dringend benötigte Utensilien in den zahlreichen  Shoppingmöglichkeiten käuflich zu erwerben. Hierzu boten sich die Läden am Potsdamer Platz ebenso an wie die Geschäfte auf dem Kurfürstendamm – auch wenn natürlich bei einigen Shops nur das Anschauen gewählt wurde.

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Am Mittwoch fuhren beide Klassen gemeinsam zum ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen, ca. 45 Autominuten nördlich von Berlin. Da der Wunsch nach diesem Besuch von den Klassen selbst kam, war das Interesse sehr groß. Hinzu kam, dass die beiden jungen Männer, die die Führungen leiteten, kompetent und geduldig agierten. Die noch sichtbaren Wohnbaracken, aber auch der Eindruck des gesamten Geländes, einschließlich der Genickschussanlage, haben nachdenkliche Gesichter hinterlassen. So war es nicht verwunderlich, dass es an vielen Stellen der Führung intensive Nachfragen und Gespräche gab, die die Betroffenheit der jungen Leute eindrücklich zeigten.

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An den Abenden fanden die Schülerinnen und Schüler der beiden Klassen genug Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung.

Die HSG O 1 logierte im Plus-Hostel am Warschauer Platz, welches in unmittelbarer Nähe zur Discothek „Matrix“, gelegen ist, die gerne aufgesucht wurde.

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Die HSG O 2 war im Meininger Hostel Prenzlauer Berg untergebracht. In diesem Szeneviertel, das einen gemütlichen und doch modernen Eindruck macht, gab es ausreichend Restaurants und Cocktail-Bars. Dort haben die Schülerinnen und Schüler natürlich recht schnell die Angebote der „happy-hour“ entdeckt, die an manchen Tagen nicht nur für die Getränke, sondern auch für die Speisen galten. Das schonte natürlich den Geldbeutel.

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Am Donnerstagmorgen musste die HSG O 2 einen ca. 30-minütigen Fußmarsch über sich ergehen lassen. Dafür wurde sie mit einem Vormittagsprogramm belohnt, das nicht alltäglich ist. Der Klassenlehrer, Herr Schlagkamp, hatte im Vorfeld zu einer Schule Kontakt aufgenommen, die ähnliche Bildungsgänge anbietet, wie es die Abteilung Sozialwesen an unserer Schule tut. Die Lazarus-Schulen an der Bernauer Straße in Berlin, deren Träger die evangelische Lobetal-Stiftung ist, haben z.B. eine Fachoberschule für Sozialwesen, die im Aufbau unserer HSG entspricht. Die Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule werden, wie auch die unserer HSG, in zwei Jahren auf sozialpädagogische Berufe vorbereitet und schließen ihre schulische Laufbahn mit dem Erwerb der Fachhochschulreife ab.

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Eines der Ziele dieses Kontaktes bestand darin, dass „Großstädter“ und „Landeier“ aus unterschiedlichen geografischen Gebieten und kulturellen Lebensumständen darüber austauschen, was sie unterscheidet und was sie verbindet: Lebenswirklichkeiten, berufliche Aussichten, u.a.

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Der Fachlehrer für Erziehungswissenschaften, Herr Neumann, dem diese Idee sehr gefiel, hatte diesen Vormittag sehr gut organisiert. Schön war, dass der erste Eindruck schon dadurch aufgelockert war, dass in einem großen Klassenraum die Berliner Schüler zu zweit an Tischen saßen, an denen dann für zwei Schüler aus der HSG O 2 Platz war. So kam es gleich zu einer Vermischung, sodass die erste Stunde, die für das Kennenlernen vorgesehen war, freundlich und locker ablief. Kaum hatten unsere Schüler Platz genommen, begannen auch schon die Gespräche in ungezwungener Atmosphäre. Spürbar war gleich – und das konnten wir bei der Abreise dann auch bestätigen - ,dass die Berliner sich sehr auf diese ungewöhnliche Begegnung gefreut haben. (Es ist nicht weiter verwunderlich, dass bei solch einem unproblematischen und herzlichen Kontakt auch Handy-Nummern und social-networks-Kontakte ausgetauscht wurden.)

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Im Anschluss daran konnte man den Besucherturm der Mauergedenkstätte Bernauer Straße besichtigen, der einen grandiosen Blick auf das gesamte Areal, einschließlich eines original erhaltenen Stücks „Todesstreifen“ ermöglichte. Im Besucherzentrum gab es dann zwei kurze, informative Filme zu sehen: der eine informierte über die Geschichte der beiden deutschen Staaten und die Wiedervereinigung, der andere zeigte, wie die Sicherungsanlagen der DDR aufgebaut waren. Anschließend gab es noch einen Rundgang über das Gedenkstättengelände bei herrlichem Sonnenwetter.

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Die Abschlussrunde in der Lazarus-Schule zeigte, dass diese, wenn auch kurze, Begegnung der beiden Klassen ein richtiges Highlight im Schulalltag war.

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Auch an diesem Tag nutzten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, weitere Entdeckungen in dieser vielfältigen und impulsiven Stadt zu machen.

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Am Nachmittag stand dann noch ein weiterer Punkt auf dem Programm: Die Klasse HSG O 2 hatte sich eine Führung durch die „Berliner Unterwelten“ gewünscht. Durch einen unscheinbaren Eingang in der U-Bahn-Station Gesundbrunnen stiegen wir in eine Schutzanlage, deren Ausmaße, Einrichtung und Geschichte tief beeindruckte, und die man dort so nicht vermutete. Am meisten machte es betroffen, wenn der Führer des Vereins Berliner Unterwelten von den Ängsten und Gefahren erzählte, denen die Menschen im Zweiten Weltkrieg bei Luftangriffen ausgesetzt waren. Nachdem er von den Geräuschen bei der Zerstörung durch Fliegerbomben erzählt hatte, lief jedes Mal ein Schauer über den Rücken der Schüler, wenn man die (den Bombengeräuschen ähnelnden) Geräusche der U-Bahnzüge vernahm. Wenn dazu noch die Vibrationen der fahrenden U-Bahnen spürbar waren, war die Illusion eines Bombenangriffes nahezu perfekt und führte zu großer Beklemmung.

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Am Abend dieses letzten Tages versammelte sich die Klasse HSG O 2 spontan zu einem gemeinsamen Abendessen mit den beiden Lehrkräften in einem argentinischen Steakhaus im Ortsteil Prenzlauer Berg. Und so wurde fröhlich erzählt und gelacht.

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Ein Schüler und drei Schülerinnen konnten auch berichten, wie der Besuch bei der Fernsehsendung „Praxis“ von Radio Berlin-Brandenburg zum Thema „Auge“ am Mittwochabend verlaufen ist. Überraschenderweise wurden diese vier nämlich am Brandenburger Tor von Mitarbeitern von RBB angesprochen  und zu dieser Sendung, die am Abend live gesendet wurde, eingeladen. Der Schüler nahm während der Sendung, gemeinsam mit anderen Zuschauern, an einem speziellen Augen-Test teil.

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Auf der Rückfahrt der beiden HSG O – Klassen am Freitag gab es noch einen Foto-Stop am Schloss Sanssouci in Potsdam.

Am frühen Freitagabend trafen dann alle Schülerinnen und Lehrkräfte wohlbehalten wieder am Parkplatz an der Kleinbahnstraße ein.